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Public Use File

Das Public Use File (PUF) des FDZ Gesundheit ist ein öffentlich zugänglicher, anonymisierter Beispieldatensatz, der Forschenden hilft, sich frühzeitig mit Struktur und Aufbau der Gesundheitsdaten vertraut zu machen – ganz ohne Antrag. 

Das PUF basiert auf echten Krankenkassendaten, wurde jedoch umfassend anonymisiert: Korrelationen zwischen Variablen wurden aufgelöst, seltene Werte aggregiert und Pseudonyme ersetzt. Die realitätsnahe Datenstruktur mit typischen Fehlern aus den Originaldaten macht das PUF besonders geeignet für die Entwicklung von Auswertungsskripten, die erste Prüfung von Forschungsfragen und zur technischen Vorbereitung auf den Antragsprozess. 

Die Daten liegen in drei Datenmodellen vor und sind als ZIP-Dateien inklusive Datensatzbeschreibung verfügbar. Auch der Code zur Generierung des PUF ist öffentlich einsehbar.

Das Public Use File kann auch für den Datenzuschnitt zur Skriptentwicklung in der sicheren Verarbeitungsumgebung beantragt werden. Auf unserer Seite zur Antragsvorbereitung können Sie sich weitergehend über den Datenzuschnitt informieren. 

Hinweis: Das Public Use File/Scientific Use File dient nur als Testdatensatz in den virtuellen Analyseräumen. In allen Fällen wird die aggregierte Ergebnismenge auf den vollständigen Echtdaten berechnet. 

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Was das PUF kann - und was nicht

Wie die Anonymisierung funktioniert

1. Spaltenweises Zufallssampling 

Jede Variable wird unabhängig von allen anderen neu gemischt – die Werte selbst bleiben erhalten, aber ihre Beziehung zueinander geht verloren. Es wird ohne Zurücklegen gesampelt, sodass die Häufigkeitsverteilung jeder einzelnen Variable unverändert bleibt.  

 OriginalPUF
Zeile 1Alter 70 · Geschlecht weiblich · Kosten 10.000 €Alter 70 · Geschlecht männlich · Kosten 500 €
Zeile 2Alter 25 · Geschlecht männlich · Kosten 500 €Alter 25 · Geschlecht weiblich · Kosten 10.000 €

2. Vollständiger Ersatz der Pseudonyme 

Personen-IDs und Leistungserbringer-IDs werden nicht übernommen. Stattdessen werden neue Zufalls-IDs erzeugt. Dabei bleiben die technischen Verknüpfungen zwischen Tabellen erhalten, es ist jedoch kein Bezug mehr zu den Original-Pseudonymen vorhanden. Dadurch können Nutzende weiterhin Tabellen verknüpfen („joinen"), aber keine echten Personen oder Leistungserbringer verfolgen.

3. Schutz seltener Werte (k-Anonymität) 

Für jede Variable wird geprüft, ob einzelne Werte mindestens fünfmal vorkommen (k = 5). Falls nicht, werden numerische Werte auf einen ähnlichen Wert verschoben und seltene Kategorien zu „Other" zusammengefasst. Dadurch sollen Extremwerte und Einzelfälle entfernt werden.

Die Einschränkungen im Detail

1. Keine Analyse von Zusammenhängen möglich 

Da jede Variable unabhängig neu verteilt wird, gehen sämtliche multivariaten Zusammenhänge verloren. Für wissenschaftliche Analysen ist das PUF daher praktisch ungeeignet. 

  • Alter ↔ Diagnose 
  • Geschlecht ↔ Arzneimittel 
  • Region ↔ Leistungsausgaben 
  • Morbidität ↔ Kosten 
  • Arztgruppe ↔ Behandlungsvolumen 

2. Keine Personenverläufe mehr interpretierbar 

Personen bleiben über die neuen IDs technisch verknüpfbar – ihre Merkmalskombination gilt aber nicht mehr als real. Längsschnittanalysen liefern deshalb keine realen Aussagen. 

  • Beispiel: 25 Jahre, Diagnose Demenz, Pflegegrad 5, 200 € Krankenhauskosten – diese Kombination muss nie existiert haben 

3. Leistungserbringeranalysen sind nicht möglich 

Die Erstellung des PUF zielt ausdrücklich darauf ab, dass strukturelle Rückschlüsse auf Leistungserbringer unmöglich werden. 

  • Keine Analyse realer Praxen 
  • Keine Analyse realer Krankenhäuser 
  • Keine Analyse regionaler Versorgungsstrukturen 

4. Extremwerte gehen verloren 

Durch die k-Anonymisierung (k = 5) werden seltene Werte verändert – Aussagen über Ausreißer und Einzelfälle sind nicht mehr möglich. 

  • Sehr hohe Kosten werden gerundet oder verschoben 
  • Seltene Diagnosen landen ggf. in „Other" 
  • Ungewöhnliche Datumswerte werden angepasst 

5. Häufigkeiten sind nur univariat korrekt 

Die Verteilung einer einzelnen Variablen entspricht weiterhin ungefähr dem Original – Kombinationen von Variablen jedoch nicht. 

  • 20 % der Versicherten weiblich → bleiben ca. 20 % weiblich im PUF 
  • „20 % der Frauen haben Diagnose X" lässt sich NICHT mehr analysieren 

6. Künstliche Kombinationen entstehen 

Durch das unabhängige Mischen können Kombinationen auftreten, die in Wirklichkeit nie existieren –  diese sind bewusst in Kauf genommen zugunsten des Datenschutzes. 

  • Kind mit Altersrente 
  • Männliche Person mit schwangerschaftsbezogenen Leistungen 
  • Ambulante Leistungen nach dem Todesdatum 
  • Fachlich unplausible Diagnosekombinationen
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